Endlich, endlich kann ich mal ein paar touristische Aktivitäten berichten. Wir sind dieses Wochenende nicht nach Bremen gefahren, sondern hier geblieben mit dem festen Vorsatz uns endlich auch mal ein bisschen was anzusehen. Gesagt – getan, die Wohnung besitzt ja auch nicht gerade eine hohe “Aufenthaltsqualität” – tolles Wort nich?
Auf einer Abraumhalde in Bottrop findet man das Tetraeder, eine Mischung aus Kunstwerk und Aussichtsturm, hier eine sogenannte Landmarke. Beeindruckend ist die 50 m hohe Stahlkonstruktion auf jeden Fall. Und nichts für Angsthasen für mich … Ich habe es leider nur bis auf die erste Aussichtsplattform geschafft. Der Anblick der im Wind schaukelnden Treppenkonstruktionen hat mich doch arg abgeschreckt. Oben sein ist nicht das Problem, nur das hoch kommen ist immer problematisch. Gelohnt hat es sich trotzdem, denn allein die Halde allein ist schon den 80 m hohen Aufstieg wert. Mit dem Auto kommt man da nicht hin, vielleicht ein Grund weshalb dort immer nur sehr wenige Menschen anzutreffen sind …
Mülheim an der Ruhr hat seinen Namen ja auch nicht aus Jux und Dallerei und so wollten wir dann auch mal was von dem Fluss sehen. Und in der Tat, hat man erst mal die unglaublich trostlose und langweilige Mülheimer Innenstadt hinter sich gelassen, steht man auf einmal an grünen Ruhrufern, sieht Schiffe, kann den Wasserbahnhof besuchen und mal eine Ahnung davon bekommen, dass das Ruhrgebiet auch anders als Hochhäuser und Verkehrskollaps kann.
Ein weiterer Pflichtbesuch ist in Essen die “Villa Hügel” – der ehemalige Kruppsche Familiensitz und heute immer noch im Besitz der Stiftung. Die Villa liegt eingebettet in einen riesigen Park, für den allein man wahrscheinlich schon diverse Gärtner und Förster benötigt. Die Villa selbst ist eigentlich nur Pose, schön ist in meinen Augen etwas anderes. Aber letztlich sollte sie ja auch genau das sein. Toll war auf jeden Fall die Ausstellung mit Klassikern des Folkwang-Museums in den Räumen – von Gauguin, Dali über van Gogh bis hin zu Beckmann, Miro und Manet sind viele Maler und ihre Werke im Original zu bewundern.
Mehr spontan und zufällig hat es uns dann nach Essen-Kettwig verschlagen, ein Stadtteil von Essen, der wie viele hier sehr lange eine eigene Gemeinde war und sich ganz eigen entwickelt hat und erst 1975 – auch gegen massiven Widerstand der Bevölkerung – eingemeindet wurde. Schaut man sich dort um, versteht man warum. Kettwig hat man dem durchaus hässlichen und austauschbaren Stadtbild von Essen so gar nichts gemeinsam, sondern eine ganz eigene Geschichte, wie man an der schönen Altstadt erkennen kann. Hier kann man ein bisschen die Seele baumeln lassen und ist auch gleich wieder am Fluss. Es geht doch!






























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