Erich und ich haben ja das große Glück, dort herzukommen, wo andere Leute Urlaub machen und dafür auch noch teuer Geld bezahlen. Während ich aber hingegen an dem Meer wohne, wo das Wasser immer da ist, kommt Erich von der Nordsee, die ja nur gerüchteweise ein Meer ist – bisher war das Wasser immer weg, wenn ich mal da war … Nichts desto trotz haben wir uns entschlossen dem Ruhrpottmief über Ostern zu entfliehen und nach Ostfriesland zu Erichs Familie zu fahren. Diese wohnt im beschaulichen Moordorf bei Aurich. Obwohl es nach Erichs Schilderungen zumindest früher wohl das “Land der fliegenden Messer” war … Lassen wir das jetzt mal dahin gestellt. Meinem Eindruck nach vergeht die Zeit in Ostfriesland eher etwas langsamer und sind die Menschen alles andere als aufbrausend (Kommentar Erich: “Du hast sie ja noch nie besoffen erlebt!”). Auf jeden Fall haben wir drei sehr schöne Tage an der Küste verbracht, auch wenn man die Nordsee mal wieder mit der Lupe suchen konnte. Wir haben Osterfeuer gemacht – ja im anarchistischen Ostfriesland darf noch jeder auf seinem Hof ein Osterfeuer machen. Keiner würde hier auf die Idee kommen sich das von irgendeiner Obrigkeit verbieten zu lassen. Obrigkeiten hatten es übrigens in Ostfriesland noch nie leicht, die “freien Friesen” waren früher gefürchtet und haben laut Geschichtschreibung schon die Römer ins Watt gejagt und sie dort ertrinken lassen. Bis heute “daut man lever wat” und schnackt nicht soviel und wenn dann Platt, trinkt mindestens 2 Liter Tee am Tag und hat selten was gegen einen (oder auch mehrere) Klare, z. B. der “Lüttje Moordörper”.
Wir haben auf jeden Fall tief durchgeatmet und uns mit Tee quasi intravenös versorgt – direkt vom Ofen in Oma Denis Küche schmeckt er einfach am besten.



















































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